Outsider Art

Kunstausstellung der Eckhard Busch Stiftung kommt nach Köln

Malerei Grischan

Am 21.05.2017 eröffnete die Eckhard Busch Stiftung mit einer gut besuchten und erfolgreichen Vernissage ihre erste Kunstausstellung im Gelenkzentrum Bergisch Land in Haan. Bis Januar 2018 war dort ein Teil der stiftungseigenen Kunstsammlung aus dem Bereich Art Brut zu sehen. Art Brut, bzw. Outsiderart nennt man die Kunst z.B. von psychisch erkrankten Menschen, die in der Regel keine ausgebildeten Profis im Kunstbereich sind. Von Haan ist die Ausstellung nun nach Köln gewandert, wo sie noch bis zum 6. Juli zu sehen ist.

 

Der Grundstein zur Sammlung wurde von Marlies Busch, zweite Vorstandsvorsitzende der Eckhard Busch Stiftung, im Jahr 2012 gelegt. Nachdem sie einige erste Bilder erworben hatte, entschied sie, diese und weitere Kunstwerke der Stiftung für eine eigene Sammlung zu spenden. Sie selbst beschreibt, wie aus Begeisterung für diese besondere Kunst eine Sammlung wurde:

Zuerst entstand im Rahmen der Stiftung die Idee, einen Kalender mit Bildern der Outsider Künstler als Weihnachtsgruß an Freunde, Förderer und das gesamte Stiftungsnetzwerk herauszugeben. Durch diese Kalenderarbeit lernte ich dann die Arbeiten von Günther Neupel aus München kennen, der mich mit seinen Bildern verzaubert hat. Mit dem Erwerb einiger Originale wurde der Grundstein zu unserer heutigen Sammlung gelegt.

Die Outsider Kunst ließ mich nicht mehr los. Inzwischen habe ich viele Künstler persönlich mit ihren jeweils eigenen Schicksalen und Lebensläufen kennengelernt. Menschen in den unterschiedlichsten psychischen Krisen, die sich durch ihre Kunst sehr individuell ausdrücken und so eine eigene Sprache gefunden haben. Die Kreativität und Vielfalt begeistert mich immer wieder.

 „Es ist eine Besonderheit dieser Kunstrichtung“, so schrieb eine Züricher Zeitung, „… dass die Künstler/Innen in völliger Unabhängigkeit von Zeitgeist und Stilrichtungen arbeiten können. Die Motivation ist nicht der Verkauf oder mit ihren Werken zu gefallen. Die Motivation ist, sich auszudrücken, ihr Erleben und Fühlen sichtbar zu machen, auf unterschiedlichste Weise.“

Durch diese zahlreichen spannenden und gleichzeitig bewegenden Begegnungen habe ich immer weitere Bilder und Skulpturen erworben, ausgewählt danach, wie sie mich ganz subjektiv angesprochen haben.

Wir freuen uns, dass wir diesen Schritt zu einer Sammlung, die auch weiterhin wachsen soll, getan haben, um auch auf dieser Ebene eine Annäherung an das Fühlen und Erleben von Menschen mit diesen psychischen Erkrankungen zu ermöglichen.

 

Marlies Busch

Marlies Busch

Marlies Busch – Eckhard Busch Stiftung

So begann Marlies Buch, in kleinen Schritten, diese Kunst zu sammeln. Sie besuchte einige unterschiedliche Werkstätten, Ausstellungen und Museen. Die meisten sind an psychiatrische Einrichtungen angeschlossen, aber es gibt auch freie Werkstätten, die von Kunsttherapeuten geleitet werden. Inzwischen ist die Sammlung an Kunst von psychisch erkrankten Menschen beachtlich gewachsen. Der Kalender „Bilder für die Seele“ 2016 ist ausschließlich bestückt mit Kunstwerken aus der eigenen Sammlung. Mit der Ausstellung „Outsider Art“ erfüllte sich nun auch der Wunsch von Marlies Busch, die vielen verschiedenen, kraftvollen Werke für ein größeres Publikum zugänglich zu machen. Die Stiftung möchte die enorme Kreativität und Individualität der Künstler/Innen zeigen, um eine Auseinandersetzung mit dem Thema „Psychische Störungen und Stigma“ anzuregen und so zu ihrem Stiftungsziel, der Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen in der Gesellschaft, beizutragen.

 

Die Resonanz zur Vernissage in Haan war groß und das Feedback zeigte, dass die Besucher wirklich interessiert waren und sich auf die teils berührenden, mal schweren, mal einfach nur beeindruckenden Bilder eingelassen haben. Die Eckhard Busch Stiftung dankt dem Gelenkzentrum Bergisch Land und freut sich sehr, dass ihre Ausstellung nun nach Köln gewandert ist. Dort ist sie seit dem 17. April und bis zum 6. Juli in der Psychiatrie der Uniklinik zu sehen. Kommen Sie vorbei und lassen sich von den Kunstwerken beeindrucken! Im Anschluss wandert die Ausstellung in das Café „Wo ist Tom?“ (Zülpicher Str. 309, 50937 Köln) und bleibt dort bis Januar 2019.

 

Pia Schlamann

 

Bilder der Ausstellung

Weitere Infos zur Ausstellung in Köln

Zeit: bis 6.7.2018, Mo – Fr von 9-16 Uhr
Ort: Uniklinik Köln, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Haus 31, 3. Stock; das Gebäude liegt an der Gleueler Straße gegenüber der Hausnummer 115)

 

Alle Photos © Eckhard Busch Stiftung