Interview mit TV-Moderator Frank Buschmann

Hilfe holen! Interview mit Frank Buschmann

Frank Buschmann

Frank Buschmann ist einer der beliebtesten Sportmoderatoren Deutschlands. Im Gespräch mit Innenleben spricht er darüber, wie er seine Lebens-Krise mit professioneller Hilfe gemeistert hat.

 

Frank Buschmann, Spitzname Buschi, polarisiert seit Jahren mit seinen Moderationen. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt, was er für richtig hält. Der Focus schreibt über ihn: Frank Buschmann kommentiert jede dieser Sendungen mit der ihm eigenen Emotionalität. Dafür lieben ihn die Einen, während die Anderen abschalten.

 

InnenLeben: Warum polarisierst Du so?
Frank Buschmann: Ich habe als junger Erwachsener meinen Vater durch Selbstmord verloren. Wahrscheinlich litt er an einer schweren, aber nicht rechtzeitig erkannten und nicht behandelten, Depression. Mein Vater wollte es allen und jedem Recht machen. Im Beruf, in der Familie und im Sport. Diesem Anspruch kann aber niemand genügen. Das weiß jeder. Heute bin ich davon überzeugt, dass dies die Depression bei ihm ausgelöst oder zumindest verstärkt hat.

Nach dem Tod meines Vaters wurde mir dann nach und nach bewusst, ich kann und ich werde es nicht allen Recht machen. Ich muss meinen eigenen Weg, auf meiner eigenen Hauptstraße, gehen. Von der weiche ich immer mal wieder links und rechts ab, komme aber immer wieder auf sie zurück. Im Ergebnis lasse ich mich daher nicht von gesellschaftlichen Strömungen verbiegen. Das führt selbstverständlich dazu, dass Dich Menschen eher schätzen oder eher weniger schätzen. Dies hat mein Leben nicht immer leicht gemacht und öfter durchgeschüttelt.

 

InnenLeben: Was heißt das?
Frank Buschmann: Ganz platt gesagt bedeutet das, dass ich oft gefallen bin und mich immer wieder hoch rappeln musste. Nach und nach habe ich dabei gelernt, was ich tun muss um rascher wieder auf die Füße zu kommen. Doch einmal hatte ich das Gefühl, dass mir das nicht gut gelingt: Meine Frau hatte sich dazu entschlossen eigene Wege zu gehen. Und ich wusste nicht wie ich wieder auf die Füße kommen kann und welchen Weg ich gehen sollte. Es waren zu viele Faktoren, die ich nicht sortieren konnte. Die Trennung, die Kinder, die Freunde, der Beruf und und und … Als mir das bewusst wurde, habe ich mich kurzentschlossen einer Psychotherapeutin anvertraut. Sie begleitete mich während der Scheidung in 35 oder 40 Sitzungen. Heute kann ich sagen, dass wir alle gemeinsam einen guten Weg gefunden haben, den wir ohne diese professionelle Hilfe bestimmt nicht gefunden hätten.

 

InnenLeben: Was hast Du daraus gelernt?
Frank Buschmann: Seit dieser Erfahrung rate ich jedem der durchhängt oder hingefallen ist und nicht mehr hochkommt: Höre auf den Rat von Freunden und lass Dir von Profis helfen! Oft sind die Lösungen viel einfacher, als sie Dir erscheinen.

 

InnenLeben: Gibst Du uns ein Beispiel?
Frank Buschmann: Stell Dir vor Du schwimmst ziemlich hilflos in einem Hafenbecken mit starken und hohen Wellen. Vor lauter Wellen und Gischt kannst Du zwar die Kaimauern erkennen, aber Du siehst die Leiter nicht, auf der Du wieder hochkommst. Wenn aber jemand auf der Kaimauer steht und Dir die Leiter zeigen kann, kommst Du wieder an Land. Das meine ich mit professioneller Hilfe. Sie zeigt Dir den Weg, den Du aus der Krise gehen musst und kannst.