Symptome früh genug erkennen

Depression: ernste Krankheit – gut behandelbar

Frau mitte 40 lächelnd vor Betonwand

Für die meisten Erkrankungen lautet die Faustformel: Je früher man sie entdeckt und behandelt, desto besser die Prognose. Das gilt auch für die Depression. Jedoch der Unterschied zu einem Magengeschwür, einer Diabetes, Bluthochdruck oder Grippe ist, dass sie oft nicht erkannt wird. So bleibt die Krankheit nicht selten unbehandelt. Schätzungen zufolge lässt sich nur jeder zweite Betroffene therapieren. Das wäre wichtig, denn die Krankheit fatale Folgen haben, wie etwa die prominenten Schicksale des Schauspielers Robin Williams oder des Fußballers Robert Enke zeigten.

 

InnenLeben möchte daher aufklären, zeigen wie Betroffene eine Depression rechtzeitig erkennen können und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

 

Über Krankheiten wird verhältnismäßig viel gesprochen. Ähnlich viel, wie über das Wetter, Fußball, Beruf oder etwa die Kinder. Die Depression scheint jedoch – trotz der hohen Anzahl an Betroffenen – immer noch ein Tabuthema zu sein. Der Entertainer Harald Schmidt engagiert sich seit Jahren für einen sachlichen Umgang mit der Krankheit. Als Schirmherr der Stiftung Deutsche Depressionshilfe wirbt er für die Behandlung einer Depression. Zu Recht, denn früh erkannt und professionell behandelt, hat sie eine gute Prognose.

Eine Depression muss behandelt werden

Andauernder privater oder beruflicher Stress, persönliche Schicksalsschläge oder Krankheiten können eine Depression entstehen lassen. Und damit ist nicht ein vorübergehendes Stimmungstief oder Antriebslosigkeit gemeint. So etwas kommt bei jedem Menschen im Laufe seines Lebens vor, nicht nur einmal. Aus medizinischer Sicht ist die Depression eine ernste Erkrankung. Sie nimmt Einfluss auf Verhalten, Denken, und Fühlen des Betroffenen. Eine Depression ist daher unbedingt behandlungsbedürftig. Es gibt bestimmte Anzeichen, sogenannte Symptome, die im Zusammenhang mit ihr auftreten können.

Vielfältige Symptome

Depressionen können unterschiedliche Symptome verursachen. „Ich bin morgens wie gerädert. Schlafe stets schlecht. Möchte am liebsten im Bett bleiben. Alles fällt schwer. Jeglicher Antrieb fehlt. Und Freude – an normalerweise angenehm empfundenen Dingen – bleibt aus. Ich habe an nichts mehr Spaß. Alles strengt an“. So oder so ähnlich schildern Betroffene ihr Gefühlsleben. Die Symptome lassen sich unterteilen in psychische, physische und auch soziale:

 

Psychische Symptome

 

  • Frustration
  • Selbstzweifel
  • Gefühl des Versagens
  • innere Leere
  • Schuldgefühle
  • Angstzustände
  • Gleichgültigkeit
  • Verspannungen
  • Vergesslichkeit
  • geringes Selbstwertgefühl
  • Unfähigkeit Dinge zu genießen
  • Hoffnungslosigkeit
  • Erhöhter Aggressivität

 

Physische Symptome

 

  • Energieverlust und Erschöpfung
  • Kopfschmerzen
  • körperliche Unruhe
  • Schwindel oder Engegefühle in der Brust
  • Appetitverlust oder -steigerung
  • Andauernde Müdigkeit
  • Massive Schlafstörungen
  • Lethargie
  • Häufige Erkältungen
  • diffuse Magen-, Kopf- und Rückenschmerzen
  • vermindertes sexuelles Verlangen
  • Konzentrationsschwierigkeiten

Soziale Symptome

 

  • Einsamkeit
  • Gesellschaftlicher Rückzug
  • Probleme mit Partner, Angehörigen und Freunden

 

Der Arzt hilft

Stellt man an sich, Angehörigen oder Freunden einige der aufgeführten Symptome fest, und halten diese mehr als zwei Wochen an, sollte offen darüber mit den Vertrauten gesprochen werden. Anschließend muss der Betroffene unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Denn eine möglichst frühe Diagnose macht eine erfolgreiche Behandlung sehr wahrscheinlich und vermindert die Gefahr von Rückfällen. Die Untersuchung beinhaltet dann eine sorgfältige Anamnese. Das heißt, der Arzt befragt den Patienten zum einen nach seiner medizinischen Vergangenheit, seinem aktuellen physischen und psychischen Zustand und erkundigt sich zum anderen nach seiner Lebenssituation. So sammelt er genügend Informationen, um eine individuelle Therapie zu erstellen.

Die Behandlung – persönlich auf den Patienten abgestimmt

Grundsätzlich besteht eine Behandlung aus einer Kombination von Gesprächen, Psychotherapie und der Einnahme von speziellen Medikamenten, sogenannten Antidepressiva. Schwerpunkte beziehungsweise Dosierungen hängen von den individuellen Symptomen und der Verlaufsform der Depression ab. So könnte bei eine leichten Depression eine auf den körperlichen Zustand abgestimmte Sport- und Bewegungstherapie verordnet werden. Zudem verordnen Ärzte Entspannungsverfahren, regelmäßige therapeutische Gespräche oder pflanzliche Heilmittel. In schweren Fällen können Antidepressiva hinzukommen. Bei depressiven Episoden – die zum Beispiel aufgrund der dunklen Jahreszeit auftreten – hilft oftmals auch eine Lichttherapie. Ist eine Depression hauptsächlich auf Stressfaktoren im Arbeitsumfeld zurückzuführen, können etwa sozialpädagogische Maßnahmen am Arbeitsplatz helfen. Die Bandbreite der Behandlungsoptionen und ihrer Kombination ist groß. Bringen die ambulanten Maßnahmen bei sehr schweren Depressionen nicht den gewünschten Erfolg, empfehlen die Experten eine Betreuung im Rahmen eines stationären Aufenthalts in einer Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie oder Psychosomatik.